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Manifest für barrierefreien Tourismus

Es wurde 2010 als Ergebnis der Arbeit des Ausschusses für die Förderung des barrierefreien Tourismus veröffentlicht und ist bei den Tourismusunternehmen und den Verbänden von Menschen mit Behinderungen noch wenig bekannt.

Die für die damalige Zeit äußerst innovativen Inhalte wurden von der UNWTO (UN World Tourism Organisation) in ihren offiziellen Dokumenten aufgegriffen.

Wir geben die vollständige Fassung nachstehend wieder

MINISTERIUM FÜR TOURISMUS

MANIFEST FÜR BARRIEREFREIEN TOURISMUS

In Umsetzung von Artikel 30 des UN-Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, ratifiziert durch das Gesetz Nr. 18 vom 24.2.09

  1. Der Mensch in seiner Gesamtheit, mit seinen spezifischen Bedürfnissen, die sich aus persönlichen und gesundheitlichen Gegebenheiten ergeben (z.B. motorische, sensorische, intellektuelle Behinderungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten usw.), ist ein Bürger und ein Kunde, der das Recht hat, das touristische Angebot vollständig und eigenständig zu nutzen und angemessene Dienstleistungen zu einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis zu erhalten.
  2. Die Zugänglichkeit setzt die Einbeziehung der gesamten Tourismuskette auf nationaler und lokaler Ebene voraus, angefangen bei:a. dem Verkehrssystem
    b. der Aufnahmefähigkeit;
    c. Gastronomie;
    d. Kultur, Freizeit und Sport.
  3. Die Erreichbarkeit von Orten sollte nicht die Wahl des Urlaubsortes bestimmen: Man sollte ein Reiseziel oder eine touristische Einrichtung wählen können, weil es einem gefällt, und nicht, weil es das einzig erreichbare ist.
  4. Es ist notwendig, Zugänglichkeit als Zugang zu Lebenserfahrungen zu betrachten, d. h. über das Konzept des "Standards" hinauszugehen und stattdessen die Person/den Kunden mit spezifischen Bedürfnissen in den Mittelpunkt zu stellen.
  5. Die Informationen über die Zugänglichkeit dürfen nicht auf ein Symbol reduziert werden, sondern müssen objektiv, detailliert und garantiert sein, damit jede Person selbständig und sicher beurteilen kann, welche touristischen Einrichtungen und Dienstleistungen ihren spezifischen Bedürfnissen entsprechen.
  6. Es ist notwendig, eine positive Kommunikation zu fördern, die die Verwendung diskriminierender Begriffe vermeidet. Sie muss in Formaten verbreitet werden, die von allen genutzt werden können, und zwar über alle Informations- und Werbekanäle in der Welt des Tourismus.
  1. Da die Zugänglichkeit nicht nur strukturelle und infrastrukturelle Aspekte betrifft, sondern auch die den Touristen angebotenen Dienstleistungen, ist es notwendig, die Qualität des Empfangs für alle zu fördern, d.h. einen kulturellen Wandel anzuregen, der tiefgreifende Veränderungen in den Organisations- und Managementmodellen hervorruft, noch vor den strukturellen Veränderungen.
  2. Es ist notwendig, Anreize für die Ausbildung von Kompetenzen und Professionalität zu schaffen, die auf den Grundsätzen des Universal Design beruhen und die gesamte Kette der Tourismus- und Technikfachleute einbeziehen: Manager, Angestellte, Unternehmen, öffentliche und private Unternehmen. Außerdem müssen die Lehrpläne von Tourismusinstituten, technischen Instituten, Universitäten, Masterstudiengängen und akademischen Zentren auf allen Ebenen aktualisiert werden.
  3. Die lokalen Behörden haben entsprechend ihrer Zuständigkeiten und Berufungen die Aufgabe, die Zugänglichkeit der Städte, der öffentlichen Gebäude und des Nahverkehrs zu gewährleisten und regelmäßige Aktionen zu planen, um die touristischen Angebote für alle zu überprüfen und zu fördern.
  4. Um den barrierefreien Tourismus in einer systemischen Logik zu verwirklichen und zu fördern, hoffen wir auf die aktive Zusammenarbeit zwischen Tourismusakteuren, lokalen Behörden, öffentlichen Stellen, Behindertenverbänden und Sozialtourismusorganisationen.

 

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